
Komet fotografieren mit Nachführung
Die Schritt für Schritt Anleitung, wie du einen Kometen fotografieren kannst mit deiner Nachführung.
Bayern ist nicht nur für seine imposanten Alpen bekannt – das Bundesland beherbergt auch die meisten deutschen Mittelgebirge und bietet damit eine Fülle abwechslungsreicher Motive für Landschaftsfotografen.
Wenn ich über Fotografie spreche, geht es mir nicht nur darum, schöne Orte zu zeigen – ich möchte Wissen vermitteln. In diesem Artikel stelle ich Ihnen nicht nur acht beeindruckende Fotospots vor, sondern erkläre auch, wie Sie selbst neue, lohnenswerte Orte entdecken können.
Zunächst muss ich mit einem weitverbreiteten Irrglauben aufräumen: Auch als erfahrener Fotograf kann ich nicht einfach meine Kamera auspacken und auf Anhieb ein perfektes Foto machen. Rund 80 % meiner Arbeit bestehen darin, besondere Orte zu finden – das eigentliche Fotografieren ist fast nebensächlich. Lassen Sie sich nicht von technischen Details wie EXIF-Daten oder Kameratests ablenken. Natürlich sollten Sie Ihr Werkzeug beherrschen, aber am Ende sind es die Zutaten und der Koch, die ein gutes Gericht ausmachen – nicht die Töpfe.
Nichts ersetzt die physische Anwesenheit vor Ort. Wenn Ihnen eine Landschaft besonders ästhetisch erscheint, erkunden Sie sie aktiv. Fahren Sie hin, laufen Sie die Umgebung ab, nehmen Sie sich Zeit, um den besten Blickwinkel zu finden. Der größte Fehler ist es, einfach die erstbeste Perspektive zu wählen und sofort loszuknipsen. Weniger ist mehr.
Setzen Sie auf bewusstes Fotografieren statt auf Masse. Es mag verlockend sein, aus unzähligen Aufnahmen später das beste Bild auszuwählen – doch ein durchdachter Bildaufbau vor Ort ist jeder zufälligen Aufnahme überlegen.

Bastian Werner
Hier kannst du dir dir die Fotospots direkt zu deinem Google Maps oder Apple Maps hinzufügen. Die Beschreibungen zu den Fotospots findest du hier im Artikel.

In der Bayerischen Rhön befindet sich das Schwarze Moor, das Sie von einem ausgewiesenen Wanderparkplatz aus erreichen. Von dort führt ein Rundweg über einen Holzsteg, der in etwa 40 Minuten vollständig begangen werden kann. Der Steg darf nicht verlassen werden, da es sich um ein empfindliches Naturschutzgebiet handelt. Er ist jedoch barrierefrei und mit einem Rollstuhl befahrbar. Dies macht das Schwarze Moor zu einem der interessantesten Fotospots in Bayern.
Die Landschaft des Moors wird durch Birkenwälder geprägt, die besonders im Herbst mit ihrer goldenen Färbung ein beeindruckendes Motiv bieten. Zudem wachsen hier zahlreiche charakteristische Wetterkiefern, die entweder als einzelne Bäume oder in kleinen Gruppen spannende Fotomöglichkeiten eröffnen. Durch die große Vielfalt an Baumformationen gibt es zu jeder Jahreszeit interessante Perspektiven, die sich ideal mit einem Weitwinkel- oder Standardzoom-Objektiv einfangen lassen. Ergänzend kann es sich lohnen, auch kleinere Details des Moors in den Fokus zu nehmen, wie den Sonnentau oder das blühende Wollgras.
Das Schwarze Moor bietet ganzjährig hervorragende Lichtstimmungen. Morgen- und Abendröte lassen sich hier besonders gut einfangen. Ein besonderes Highlight ist der Sternenhimmel im Sommerhalbjahr, da das Moor Teil des internationalen Sternenparks ist und daher kaum Lichtverschmutzung herrscht. An Tagen mit dichtem Nebel entsteht eine fast mystische Atmosphäre. Im Winter verwandelt die Höhenlage von knapp 800 Metern das Moor bei geschlossener Schneedecke in eine eindrucksvolle Winterlandschaft.

Südlich des Schwarzen Moors, auf freiem Feld, befindet sich ein kleiner Wasserfall, der das abfließende Wasser aus dem Moor sammelt. Vom Parkplatz aus erreichen Sie ihn nach etwa zehn Minuten Fußweg. Festes Schuhwerk ist empfehlenswert, da der Untergrund je nach Wetter rutschig sein kann.
Der Wasserfall fällt rund zwei Meter in die Tiefe, wobei der Wasserstand mit den Jahreszeiten schwankt. Besonders beeindruckend ist er im Frühling sowie nach starken Regenfällen, wenn das Wasser kräftiger fließt. Obwohl die Fallhöhe nicht außergewöhnlich ist, macht die Lage im Sternenpark Rhön ihn zu einem besonderen Ort der Fotospots in Bayern.
Durch die offene Landschaft ist es möglich, den Wasserfall aus verschiedenen Blickwinkeln mit dem Sternenhimmel oder sogar der Milchstraße im Hintergrund zu fotografieren. Das ist eine Seltenheit, da die meisten Wasserfälle in Deutschland entweder von Wald umgeben oder in lichtverschmutzten Regionen zu finden sind.
Im Winter, auf einer Höhe von etwa 750 Metern, friert der Wasserfall häufig ein und bildet faszinierende Eisformationen.
Im Sommerhalbjahr lassen sich Sonnenaufgänge oder Sonnenuntergänge gut in das Bild einbinden, wenn Sie die Perspektive von unterhalb des Wasserfalls wählen. Besonders im Mai und Juni steht die Milchstraße ideal südlich des Bachlaufs und sorgt für spektakuläre Nachtaufnahmen.

Oberhalb der gleichnamigen Stadt verbirgt sich ein weitgehend unbekanntes Kleinod – eine Burg, die markant aus der Landschaft herausragt. Um sie zu erreichen, können Sie mit dem Auto direkt bis zur Burg fahren. Von dort aus führt ein zehnminütiger Fußweg zu einem Aussichtspunkt in den umliegenden Feldern.
Von diesem Standort aus haben Sie einen Blick in nordwestliche Richtung, perfekt für stimmungsvolle Aufnahmen der Burg. Im Frühling und Sommer bieten blühende Pflanzen in den Feldern interessante Gestaltungsmöglichkeiten für den Vordergrund. Nach der Ernte im Hochsommer wirken die Felder hingegen karg, sodass sich in dieser Jahreszeit eher eine längere Brennweite anbietet. Wenn Sie ein geeignetes Element im Vordergrund finden, kann die Burg bewusst klein in die Bildkomposition integriert werden. Ein Standardzoom ist hier eine gute Wahl.
Die Blickrichtung nach Nordwesten eröffnet besondere fotografische Möglichkeiten. Zwischen Mai und Juli lässt sich die untergehende Sonne oder das Abendrot direkt hinter der Burg einfangen. Während der Wintermonate wird sie von den letzten Sonnenstrahlen in ein warmes Licht getaucht.
Im Herbst sorgt das goldene Laub der umliegenden Bäume für eine besonders atmosphärische Kulisse. Bei dichtem Bodennebel kann die Burg zudem über dem Nebelmeer thronen – ein beeindruckendes Motiv. Da sie nachts nicht beleuchtet ist, empfiehlt es sich, in den Abendstunden oder während der blauen Stunde zu fotografieren.

Seit 2014 bin ich Fototrainer. Meine spezialisierten Fotoreisen bringen dich zu Orten und Motiven, wie du sie bei keinem anderen Anbieter findest!

Der natürliche Flusslauf der Tauber schlängelt sich durch malerische Auen und bietet zahlreiche reizvolle Fotomotive. Ein besonders schöner Abschnitt liegt östlich von Hochhausen, leicht zu erkennen auf Satellitenbildern an den markanten Mäandern des Flusses.
Dank der hohen Feuchtigkeit in der Umgebung entstehen in den frühen Morgenstunden häufig sanfte Nebelschleier oder dampfendes Wasser nach klaren Nächten. Die ruhige Wasseroberfläche reflektiert das Ufer und schafft stimmungsvolle Spiegelungen.
Ihr Auto können Sie am Biergarten in Hochhausen parken. Von dort führt ein etwa zehnminütiger Fußweg zum Fotospot. Bitte beachten Sie, dass der Weg nicht für Rollstuhlfahrer geeignet ist.
Vor Ort haben Sie eine Vielzahl an Möglichkeiten für spannende Bildkompositionen. Ein Ultraweitwinkel eignet sich, um den gesamten Flusslauf samt Ufer in Szene zu setzen. Alternativ können Sie mit einem Teleobjektiv gezielt auf alte, verwitterte Bäume fokussieren und Details herausarbeiten.
Die beste Zeit für Aufnahmen ist ganzjährig am Morgen. Während der Sommermonate ist Nebel seltener, im Winter hingegen wirken die kahlen Bäume oft weniger eindrucksvoll. Besonders lohnenswert ist ein Besuch im Frühling oder Herbst nach einer klaren Nacht, wenn sich morgendlicher Dunst über den Fluss legt. Sollte der Nebel zu dicht sein, kann sich ein Abstecher zur Burg Gamburg oder nach Wertheim lohnen.

Nach einer kurzen Wanderung von etwa 20 Minuten ab dem offiziellen Parkplatz des Felsenmeers erreichen Sie diesen eindrucksvollen Aussichtspunkt. Von hier aus eröffnet sich der Blick nach Südosten, direkt über die Altstadt hinweg, die sich bei dichtem Nebel oft malerisch im Dunst verbirgt. Darüber thront die Burg, die je nach Jahreszeit in unterschiedlichem Licht erscheint.
Im Sommerhalbjahr wird sie von der aufgehenden Sonne beleuchtet, während die letzten Strahlen der untergehenden Sonne das Gemäuer ganzjährig in warmes Licht tauchen. Bei klarem Himmel entsteht so eine besonders stimmungsvolle Szenerie. Noch eindrucksvoller wird das Motiv, wenn sich dichter Bodennebel über das Tal legt – mit etwas Glück oder Geduld können Sie die Burg dann scheinbar über dem Nebel schwebend fotografieren.
In der ersten Nachthälfte sorgt die künstliche Beleuchtung der Burg für interessante Lichtstimmungen, insbesondere in der Blauen Stunde am Abend. Im Herbst färben die zahlreichen Eichen und Buchen des Odenwaldes das Tal in leuchtende Goldtöne und sorgen für eine wunderschöne Kulisse.
Für dieses Motiv ist eine große Brennweite erforderlich. Mit 200mm können Sie sowohl die Altstadt als auch die Burg in das Bild integrieren, während ab 400mm eine formatfüllende Aufnahme der Burg möglich ist. Aufgrund des leicht nach unten gerichteten Blickwinkels bleibt nur wenig Platz für den Himmel, sodass eine Himmelsröte technisch nicht umsetzbar ist.

Ganz in der Nähe der A3, etwas nördlich von Nürnberg, liegt ein verstecktes Juwel zwischen zahlreichen Fischteichen und Feuchtwiesen. Das gut erhaltene Wasserschloss ist eingebettet in eine idyllische Landschaft und umgeben von mehreren Teichen, die reizvolle Spiegelungen ermöglichen.
Ihr Fahrzeug können Sie direkt in der Ortschaft Neuhaus abstellen. Von dort aus sind es nur wenige Minuten Fußweg bis zu den Seen. Allerdings sind die Wege nicht für Rollstuhlfahrer geeignet. Vor Ort erfordert das Fotografieren des Schlosses etwas Kreativität, denn das Ufer ist dicht bewachsen. Es kann hilfreich sein, mit Flip-Flops ins flache Wasser zu treten, um eine bessere Perspektive zu finden.
Für gelungene Aufnahmen ist ein Ultraweitwinkel-Objektiv essenziell. Sie haben die Möglichkeit, fast einmal um das Schloss herumzugehen und verschiedene Blickwinkel auszuprobieren. Direktes Sonnenlicht trifft aufgrund der umliegenden Bäume nicht auf das Schloss, jedoch lässt sich die Himmelsröte bei passendem Wetter wunderbar einfangen.
Ein besonderes Highlight ist der häufig auftretende Nebel, der sich in klaren, windstillen Nächten über der Szenerie bildet und dem Motiv eine märchenhafte Atmosphäre verleiht. Beachten Sie, dass das Schloss nachts nicht beleuchtet wird.

Bevor die Donau schiffbar wird, durchquert sie das malerische Neuburg im Herzen Bayerns. Über der Stadt thront das imposante Schloss samt der Hofkirche und bietet ein eindrucksvolles Fotomotiv.
Ihr Fahrzeug können Sie auf dem Parkplatz Hofgarten abstellen. Von dort aus erreichen Sie den Fotospot in etwa zehn Minuten zu Fuß. Der Weg ist rollstuhlgerecht. Der beste Standort für Aufnahmen befindet sich auf der Nordseite der Donau, von wo aus Sie in südliche Richtung auf das Schloss blicken. Suchen Sie sich eine geeignete Lücke zwischen den Bäumen am Ufer, um eine freie Sicht auf das Motiv zu haben. Bei ruhigem Wasser entstehen beeindruckende Spiegelungen der historischen Gebäude auf der Flussoberfläche.
Die Blickrichtung nach Süden ermöglicht es, im Winterhalbjahr eine stimmungsvolle Himmelsröte im Bild einzufangen. Während der Sommermonate wird die Schlossfassade von der untergehenden Sonne in warmes, goldenes Licht getaucht.
Ein besonderes Highlight bieten extreme Minustemperaturen: In besonders kalten Wintern friert die Donau in diesem Bereich häufig zu, und Raureif überzieht die Landschaft, was dem Motiv eine faszinierende, fast märchenhafte Atmosphäre verleiht.

Nicht jede Burg thront majestätisch über der Landschaft – die Velburg fiel im Laufe der Jahrhunderte dem Zeitgeist zum Opfer und wurde als Steinbruch genutzt. Heute stehen nur noch die Überreste der einstigen Festung, doch gerade diese bieten einen beeindruckenden Aussichtspunkt über die Umgebung. Rund um die Burg finden sich zahlreiche alte Bäume sowie markante Felsformationen, die sich hervorragend als Vordergrund für stimmungsvolle Aufnahmen eignen.
Der Ausgangspunkt für die kurze Wanderung ist der offizielle Wanderparkplatz. Von hier aus erreichen Sie die Burgruine in etwa 15 Minuten zu Fuß. Festes Schuhwerk ist aufgrund des Geländes unbedingt empfehlenswert. Für Rollstuhlfahrer ist der Zugang leider nicht möglich.
Die Ausrichtung der Burg erlaubt vor allem Aufnahmen in westliche und südwestliche Richtung. Im Winterhalbjahr lohnt es sich, das Abendrot als atmosphärisches Element in die Bildgestaltung einzubauen. Besonders reizvoll ist der Herbst, wenn die zahlreichen Laubbäume in warmen Goldtönen leuchten.
Dank der ganzjährig zugänglichen Burgruine und ihrer erhöhten Lage eröffnet sich ein Panoramablick über die sanft geschwungene Hügellandschaft. An nebligen Tagen können Sie mit etwas Glück dichte Bodennebelfelder in den Tälern fotografieren, die der Szene eine mystische Stimmung verleihen.
Während der Blauen Stunde bietet sich ein wunderschöner Blick auf das Dorf unterhalb der Burgruine, dessen Lichter langsam in der Dämmerung erwachen. Für Aufnahmen der Felsformationen in südwestlicher Richtung ist ein Weitwinkelobjektiv empfehlenswert. Von der Burg aus können Sie mit einem Standardzoom oder Teleobjektiv arbeiten, um interessante Bildausschnitte der Landschaft einzufangen.

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Bastian
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