
Komet fotografieren mit Nachführung
Die Schritt für Schritt Anleitung, wie du einen Kometen fotografieren kannst mit deiner Nachführung.
Neumond → Prüfe, wann kein Mond am Himmel steht mit Mondverlauf.de
Dunkle Region suchen → Finde Gebiete ohne Lichtverschmutzung mit lightpollutionmap.info
Wolkenfreie Nacht → Der Bedeckungsgrad zeigt dir klare Nächte
Kamera einstellen → ISO 3200, kleinste Blendenzahl, Belichtungszeit = 300 geteilt durch Brennweite
💡 Tipp: Wenn du deine Milchstraßenfotografie perfektionieren möchtest, lies weiter.
Ich bin Astrofotograf Bastian Werner. Seit 2014 biete ich Fotoreisen mit Milchstraßenfotografie an. Ich bin Fotograf für National Geographic und arbeite mit Fotomarken wie Tamron oder Skylum zusammen. Dieser Blog gibt dir eine schnelle und solide Anleitung zu deinem ersten Milchstraßenfoto.
Fotografiere die Milchstraße immer dann, wenn kein Mond am Himmel steht. Dies geschieht an den Tagen um Neumond herum. Prüfe die Uhrzeit des Mondaufgangs und Monduntergangs, um das genaue Zeitfenster zum Fotografieren der Milchstraße zu bestimmen.

In der Stadt siehst du kaum Sterne. Fahre in Regionen geringer Besiedlung, denn das künstliche Licht verschmutzt den Himmel und verdeckt die Milchstraße. Diese Lichtverschmutzung kannst du einfach einplanen.

Fahre niemals die Milchstraße fotografieren, ohne sicher zu sein, dass der Himmel frei von Wolken ist. Hierzu verwendest du die Wetterkarte „Bedeckungsgrad“. Diese zeigt dir für die kommenden Tage die Zeiträume, an denen keine Wolken vorhanden sind.

Das Zentrum der Milchstraße, dass viele als „die Milchstraße“ bezeichnen, lässt sich nur im Sommerhalbjahr fotografieren. Im April steht es im Südosten, im Juli im Süden und im Oktober im Westen. Plane mit der kostenlosen App „Stellarium“ die Himmelsrichtung für den Tag, an dem du die Milchstraße fotografieren möchtest.

Nur die Milchstraße ohne passenden Vordergrund zu fotografieren, ist nicht schön. Deshalb benötigst du ein passendes Motiv. Meine liebsten 105 Fotospots in Deutschland, bei denen du auch die Milchstraße fotografieren kannst, habe ich dir einmal verlinkt.


Als Experte für Milchstraßenfotos wird dir dieser Tipp viel nützen. Die meisten Fotografen prüfen zwar die Wolken, aber kaum jemand prüft die Luftverschmutzung. Saharastaub, Waldbrandasche etc. kann die Milchstraße auch bei wolkenfreiem Himmel prüfen. Wenn der Wert über 0,5 geht, lohnt Milchstraßenfotografie nicht!

Windböen können dein Stativ mit deiner Kamera zum Wackeln bringen. Daher prüfe, ob die Windböen unter 30km/h bleiben. Dies ist meine persönliche Faustformel als Astrofotograf.

Mit diesem Tipp für Milchstraßenfotos spare ich dir als Fotograf eine Menge Geld! Kaufe dir niemals eine teure Festbrennweite für Milchstraßenfotos. Kaufe dir lieber für nur 200€ diese einfache Astronachführung und du kannst minutenlang belichten, ohne das die Sterne unscharf werden.

In sternenklaren Nächten steigt die Luftfeuchtigkeit. Irgendwann bildet sich Tau auf der Frontlinse deines Objektivs. Um dies zu verhindert, musst du dir eine Linsenheizung besorgen.

Du bist jetzt in der Lage, gute Milchstraßenfotos aufzunehmen. Wenn du jedoch perfekt den Sternenhimmel fotografieren möchtest, lies nun weiter für ausführlichere Erklärungen.
Der Nachthimmel ist weitläufig und um diesen Eindruck der Unendlichkeit und Größe festzuhalten brauche ich ein Ultraweitwinkelobjektiv. Doch so einfach ist die Milchstraßenfotografie nicht. In diesem Artikel stelle ich dir vor, worauf du achten musst und welches mein liebstes Objektiv ist, die Milchstraße zu fotografieren.


Ich fotografiere nun bereits über 10 Jahre, habe viele Kamerasysteme gehabt und bin sogar der Referenzfotograf für das Tamron 15-30mm f/2.8 gewesen, daher habe ich mich auf dieses Objektiv ungemein gefreut! Das Tamron 16-30mm f/2.8 ist nun endlich wieder ein Ultraweitwinkelobjektiv, dass Tamron herausgebracht hat. Zuvor habe ich das 17-28mm f/2.8 in meiner Ausrüstung gehabt, doch der 1mm Unterschied im Ultraweitwinkelbereich macht es einfach aus. 15mm wären natürlich noch besser gewesen, dafür hat das Tamron 16-30mm f/2.8 nur die halben Dimensionen, das freut den Fotorucksack.
Daher ist das Tamron 16-30mm f/2.8 das Objektiv, mit dem ich 90% meiner Fotografien anfertige. Ich habe das Ultraweitwinkel speziell für die Fotografie der Milchstraße erhalten, denn es glänzt mit einer Offenblende von f/2.8. In meiner Astrofotografie setze ich nicht auf einzelne Aufnahmen, sondern verwende die Methode des Stackings. Hierbei werden mehrere Aufnahmen der Milchstraße zu einem Foto zusammengerechnet. Das Ergebnis ist ein hochwertiges Milchstraßenfoto mit geringem Bildrauschen. Dabei ermöglicht die gute Offenblende eine deutlich höhere Ausbeute von Licht, dass von der Milchstraße zu meiner Kamera gelangt. Ich muss eine kürzere Zeit aufwenden, um gleiche Bildqualität zu erhalten.
Auch in der herkömmlichen Methode der Milchstraßenfotografie, bei der ein einzelnes Foto aufgenommen wird, kann durch die Offenblende von f/2.8 am Tamron 16-30mm eine höhere Bildqualität durch mehr Licht erreicht werden.

In sternenklaren Nächten, in denen Astrofotografie möglich ist, wird es häufig sehr kalt. Hierdurch steigt die Luftfeuchtigkeit an und kann so hoch werden, dass die Frontlinse des Ultraweitwinkels in der Nacht beschlägt. Auch ein Mikrofasertruch bringt keine Hilfe, denn nur wenige Minuten nach dem Wischen wird die Linse wieder deutlich beschlagen.
Die einzige Lösung: Verwende eine Objektivheizung. Diese wird an eine Power-Bank angeschlossen und erwärmt das Objektiv minimal und verhindert, dass Wasserdampf an der Frontlinse des Ultraweitwinkels anhaften wird. In Mitteleuropa benötige ich in 80% der klaren Nächte ab einem gewissen Zeitpunkt eine Linsenheizung!

Wenn du bereits länger fotografierst, wird dir dies bewusst sein. Falls nicht, musst du dir ein Stativ besorgen. Das Stativ sorgt dafür, dass du in der Nacht ohne Verwackeln eine lange Belichtungszeit verwenden kannst. Alternativ kannst du die Kamera auch auf einen Stein oder deinen Fotorucksack legen. Damit wirst du jedoch keinen Spaß haben, denn du hast nur eine minimale Kontrolle über deinen Bildausschnitt.
Für das Stativ solltest du ein wenig Geld in die Hand nehmen und nicht das Billigste kaufen. Viele sehr günstige Stative sind sehr klapprig und anfällig für Erschütterungen. Das Stativ sollte eine Arca-Swiss Montierung am Stativkopf haben. Diese ist Standard und zeigt an, dass dein Stativ ein Mindestmaß an Qualität besitzt.

Hole dir keinen Funkfernauslöser! Diese sind unzuverlässiger und teurer. Zudem hast du dann zwei Teile, bei denen die Batterie leer gehen kann und das geht bei der Funkverbindung sehr schnell. Ein Fernauslöser mit Kabel ist für Milchstraßenfotos am besten. Die einfachste Option ist ein Knopf mit einem Kabel und funktioniert ohne Batterie und als jemand der lange fotografiert und die Dinge gerne einfach hat, eine wunderbare Lösung!
Für noch längere Belichtungszeiten oder mehr Optionen gibt es dann Kabelfernauslöser, die sich programmieren lassen. Diese werden aber nur benötigt, wenn du deine Milchstraßenfotos später mit einer Astronomischen Nachführung anfertigst und so hohe Belichtungszeiten hast, dass die Einstellungen deiner Kamera diese nicht hergeben. Für dem Anfang kaufe dir aber deinen Kabelfernauslöser mit einem einfachen Knopf, der immer in deinem Kamerarucksack ist.

Sicherlich weißt du, dass man in der Innenstadt einer größeren Stadt kaum Sterne am Nachthimmel sehen kann. Das Licht der Siedlung erhellt den Nachthimmel und verringert damit den Kontrast zu den Sternen, so dass nur noch sehr helle Objekte erkannt werden können. Aus diesem Grund musst du die Stadt und am besten sämtliche Siedlungen hinter dir lassen, um dieser Lichtverschmutzung zu entkommen.
Hierzu schaust du auf der Website www.lightpollutionmap.info nach einer Region in deiner Nähe, die wenig Lichtverschmutzung bietet. Dies wird dein Anlaufpunkt werden, um die Milchstraße zu fotografieren. Wenn du es noch ein bisschen optimieren möchtest, dann bringst du den Stand der Milchstraße am Nachthimmel in Einklang mit der Lichtverschmutzung. Beispiel: Im Juni steht das Galaktische Zentrum im Süden am Himmel. Es wäre dann eine doofe Idee sich etwa nördlich von Berlin zu platzieren. Du würdest nach Süden genau in die Lichtverschmutzung fotografieren. Es ist schlauer, sich südlich von Berlin zu platzieren!
Das Mondlicht hat den gleichen Effekt auf den Nachthimmel, wie die Lichtverschmutzung: Der Kontrast wird reduziert. Um Vollmond herum verdeckt das Mondlicht die Milchstraße vollkommen. Dabei ist nicht direkt das Licht schuld, sondern Staub und Wasserdampf in unserer Atmosphäre. Diese streuen das Licht zurück.
Aber es gibt Abhilfe! Der Mond ist nicht immer am Himmel zu sehen. Um Neumond herum gibt es Zeiträume, in denen der Mond nicht zu sehen ist. Die Idee ist denkbar einfach: fotografiere dann, wenn die Milchstraße zu sehen ist, der Mond aber nicht.
Hierzu kannst du dir zum Beispiel die Software Stellarium herunterladen. Diese simuliert den Sternenhimmel für einen ausgewählten Standort und kann dir deshalb genau zeigen, wann der Zeitpunkt gekommen ist. Das schöne ist, dass das Sonnensystem genauer läuft, als jede Uhr. Du kannst dir die passenden Termine für deine Region im Kalender notieren, dann musst du nur noch darauf hoffen, dass das Wetter mitspielt.

Wenn es auf Neumond zugeht, kannst du damit beginnen, das Wetter zu beobachten, ob sich deine Fototour zum Milchstraße fotografieren denn überhaupt lohnt, oder ob der Himmel bewölkt sein wird. Dabei meine ich natürlich nicht, dass du einfach aus dem Fenster schauen sollst. Vielmehr geht es darum mit den Methoden der Wetterfotografie Ausschau zu halten, ob der Himmel in der Nacht klar ist. Hierzu verwendest du Wettermodelle. Wettermodelle berechnen den zukünftigen Zustand der Atmosphäre und zeigen dir, wo sich Wolken befinden werden.
Dazu besuchst du die Website www.kachelmannwetter.de und suchst dir das Wettermodell ID2 heraus. Dort navigierst du zum Parameter „Gesamtbedeckunsgrad“, dieser zeigt dir zu einem bestimmten Zeitpunkt, ob der Himmel frei von Wolken ist, oder nicht. Ist dies der Fall, dann kannst du losziehen und Astrofotos machen.
Schlauer ist es jedoch, die von uns entwickelte App VIEWFINDR zu verwenden. In dieser berechnen wir die Bewölkung vor Ort 3D. Wir berücksichtigen die Höhe der Wolken über Grund. Wenn unser Sternenhimmel-Parameter sagt, dass der Himmel klar ist, dann befinden sich auch im Umkreis keine weiteren Wolken, die den Blick versperren könnten.

Manchmal kommt es vor, dass Staub aus der Sahara zu uns transportiert wird. In solchen Momenten kann der Himmel frei von Wolken sein, jedoch so trüb, dass der Sternenhimmel dennoch kaum zu sehen ist. Um dies für dein Milchstraßenfoto auszuschließen, musst du vorher das Wettermodell verwenden.
Ich habe dir einmal HIER die richtige Wetterkarte verlinkt. Hier kannst du sehen, ab wann es sich nicht mehr lohnt. Ab „gelb“ gehe ich nicht mehr raus für Astrofotos. Du wirst nur enttäuscht sein.

Dieser ist kaum relevant, wenn du mit deinem Ultraweitwinkel Fotos von der Milchstraße machst. Arbeitest du jedoch mit einer Astronomischen Nachführung und eventuell dann mit größeren Brennweiten, so kann jede Vibration an deinem Stativ und Objektiv zu verwackelten Fotos führen. Aus diesem Grund ist Windstille für echte Deep Sky Fotos, so fern du keine eigene Sternwarte oder einen anderen Windgeschützten Ort hast, problematisch.
Deshalb kannst du beim ID2 Modell auch noch den Wetterparameter „Windböen“ verwenden. Diese sollten unter 10km/h liegen, damit du auf der sicheren Seite bist. Ich habe den Fehler einmal gemacht, die Windböen nicht zu prüfen und habe mich in einer Situation wieder gefunden, bei der ich leider trotz klarem Himmel über der Rhön nicht in der Lage war, ein klares, unverwackeltes Milchstraßenfoto aufzunehmen.

Die Milchstraße wird in deinen Aufnahmen immer der Hintergrund sein und nicht das Motiv, so schön der Sternenhimmel auch ist. Daher brauchst du ein Objekt im Vordergrund, dass ein würdiges Motiv darstellt und welches vom Betrachter deines Fotos gerne angeschaut wird.
Dies ist nicht so einfach, denn das Motiv muss entsprechend in der eng begrenzten Region ohne Lichtverschmutzung liegen. Dazu muss das Motiv auch noch schwach, oder am besten garnicht, beleuchtet sein. Um ein solches Motiv zu finden, kann ich dir wieder unsere App Viewfindr empfehlen. In dieser können andere Fotografen ihre Fotospots hochladen und mit dir teilen. Seien wir Mal ehrlich: Es gibt wirklich nur noch wenige Motive, die nicht bereits fotografiert wurden.

Diese wird auf den Nordpolarstern ausgerichtet und ist dadurch parallel zur Rotationsachse der Erde. Danach dreht sich die Nachführung ganz langsam mit der gleichen Rotationsgeschwindigkeit. Dies sorgt dafür, dass die Sterne auch bei längeren Belichtungszeiten auf Grund der Rotation der Erde immer noch punkförmig bleiben. Damit erhöhst du enorm die Bildqualität!
Dier Nachteil ist jedoch, dass du gute Kenntnisse für Photoshop benötigst, denn dein Sternenhimmel ist scharf, jedoch wird dein Vordergrund verwischt sein. Du musst deshalb mit einer Astronachführung immer Vordergrund und Sternenhimmel voneinander getrennt aufnehmen und anschließend in Photoshop zu einem finalen Foto zusammensetzen.
Die einfachste astronomische Nachführung gibt es bereits für 200€. Sie ist mechanisch und wird aufgezogen wie eine Eieruhr. Du befestigst sie auf deinem Stativ und richtest diese auf den Nordpolarstern aus. Anschließen kannst du mit einem Kugelkopf auf der Nachführung ganz normal fotografieren mit dem Vorteil, dass die Milchstraße in deinen Fotos nun knack scharf wird!

Wenn du ohne astronomische Nachführung arbeitest, ist dein Problem, dass du nicht zu lange belichten kannst, damit die Sterne noch scharf sind. Eine einfache Faustformel ist: 300 (500 bei Cropfaktor) geteilt durch deine Brennweite. Mit dem Tamron 16-30mm f/2.8 Ultraweitwinkel könnte ich demnach bei 16mm etwa 20s belichten, bei 30mm wären es nur noch 10s. Du siehst: bei größeren Brennweiten kommst du schnell an deine Grenze!
Die Belichtungszeit ist essentiell für Milchstraßenfotos, denn die Milchstraße ist sehr lichtschwach. Es ist dir daher nicht möglich, mit einer etwas erhöhten ISO genügend Licht für ein qualitativ hochwertiges Foto einzufangen. Das meiste Licht kommt aus der Belichtungszeit. Daher ist das Ziel, diese so weit wie möglich zu erhöhen. Die Nachführung hilft dabei, mit dieser ist es theoretisch möglich „unendlich“ lange zu belichten.
Ohne Nachführung stellst du die ISO-Empfindlichkeit auf einen Wert im Bereich 1600-3200. Die Blende stellst du auf die kleinste Blendenzahl, entsprechend der größten Blendenöffnung, um maximal viel Licht einzufangen. An dieser Stelle hat mein Tamron 16-30mm f/2.8 einen enormen Vorteil durch die gute Offenblende.

Die Schritt für Schritt Anleitung, wie du einen Kometen fotografieren kannst mit deiner Nachführung.

Das weiß kaum jemand: Es gibt Kameras, bei denen höhere ISO-Stufen weniger Rauschen erzeugen, als die nächst niedrigere ISO-Stufe! Erfahre, warum.

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Bastian
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