
Komet fotografieren mit Nachführung
Die Schritt für Schritt Anleitung, wie du einen Kometen fotografieren kannst mit deiner Nachführung.
Luftfeuchtigkeit prüfen → Mit der Kachelmannwetter-Karte „Relative Luftfeuchtigkeit 2 m“ checken, ob sie bei Sonnenauf- oder -untergang nahe 100 % liegt.
Wind kontrollieren → In der Karte „10 m Windböen“ sehen, ob Nebelschleier stehen bleiben können.
Standort wählen → Bei dichtem Nebel auf eine Erhöhung steigen, bei Nebelschleiern mitten hinein.
Kamera einstellen → Modus M, doppelte Offenblende, ISO niedrig, Stativ & Fernauslöser nutzen.
💡 Tipp: Mit den Details unten erfährst du Schritt für Schritt, wie du Nebelarten erkennst, perfekte Spots findest und deine Aufnahmen planst wie ein Profi.
Willkommen auf meinem Blog! Ich bin Bastian Werner, ich habe mein Leben der Wetterfotografie gewidmet. Im Fotografieren von Nebel bin ich Experte, mein Wissen gebe ich in Büchern, Videokursen, Vorträgen und meinem Blog weiter. Diese schnelle Anleitung führt dich sofort zu deinem Nebelfoto.
Nebel tritt immer auf, wenn die relative Luftfeuchtigkeit 100% erreicht. Verwende hierzu die Wetterkarte „relative Luftfeuchtigkeit 2m“. Diesen findest du zum Beispiel auf meiner liebsten Plattform Kachelmannwetter. Prüfe die relative Luftfeuchtigkeit bei Sonnenaufgang und Sonnenuntergang, die Uhrzeiten mit dem besten Licht für Nebelfotos. Wenn die relative Luftfeuchtigkeit in deiner Nähe annähernd 100% erreicht, hast du einen Ort identifiziert, an dem du Nebel fotografieren kannst!

Ist der Wind zu stark, verweht dieser die feinen Nebelschleier. Schaue daher mit der Wetterkarte „10m Windböen“, wie stark diese sind für die Uhrzeiten, zu denen die Luftfeuchtigkeit annähernd 100% beträgt.

Damit du erfolgreich Nebel fotografieren kannst, musst du den richtigen Standort wählen. Bei Nebelschleiern fotografierst du im Nebel, denn dann kann das Licht durch den Nebel dringen und zaubert schöne Lichtstimmungen.
Ob es sich um Nebelschleier handelt, findest du heraus, wenn du vor Ort den Nebel siehst. Bricht das Sonnenlicht durch den Nebel, dann sind es Nebelschleier. Siehst du kein Sonnenlicht, dann ist der Nebel zu dicht und du musst auf eine Erhöhung in der Landschaft steigen.
Verwende Google Maps. Stelle dort als Basiskarte „Gelände“ ein. Nun kannst du sehen, wo du an deinem Standort höher hinaufgelangst, um von oben auf den Nebel herabzufotografieren.

Jedes Objektiv hat einen „sweet spot“ der besten Schärfe in der Bildmitte und den Ecken. Dieser liegt etwa beim zweifachen der Offenblende deines Objektivs. Da du bei Nebel in die Ferne der Landschaft fotografierst, musst du dir keine Sorgen um die Tiefenschärfe machen. Durch das Abblenden verlierst du viel Licht, weshalb ein Stativ nützlich ist, um nicht zu verwackeln. Gerade wenn du im Nebel bist, schluckt dieser eine Menge Sonnenlicht und macht die Landschaft dunkel.
Finde den „sweet Spot“ für Nebelfotografie mit deinem Objektiv ganz einfach, indem du bei LensTip die Daten deines Objektivs abrufst!


Folgende verschiedene Arten von Nebel musst du für deine Nebelfotos unterscheiden, um dein Motiv passend zu wählen:
Hier ist eine Galerie, die dir die verschiedenen Arten von Nebel zeigt. Schaue dir meine Fotos an und überlege dir Orte in deiner Nähe, die die gleichen Bedingungen bieten!
Du bist jetzt in der Lage, gute Nebelfotos zu fotografieren. Wenn du jedoch perfekt den Nebel fotografieren möchtest, lies nun weiter und du wirst als Fotograf verstehen, wie Nebel wirklich funktioniert.
Wie bereits kurz erwähnt, entsteht Nebel, wenn die relative Luftfeuchtigkeit 100 % erreicht. In diesem Zustand bilden sich kleine Wassertropfen in der Luft, die schließlich eine Wolkenschicht entstehen lassen.
Diese Grundvoraussetzung gilt für alle Arten von Nebel. Allerdings gibt es verschiedene Prozesse, die die Luft auf diese hohe Feuchtigkeit bringen können. Welche Art von Nebel sich letztendlich bildet, hängt genau von diesen Prozessen ab. Im Folgenden werden die verschiedenen meteorologischen Bedingungen erläutert, die zur Nebelbildung führen.
Eine der häufigsten Formen von Nebel sind Nebelschleier. Sie entstehen oft in Bodennähe, insbesondere über Wiesen oder Gewässern. Ihre geringe Höhe sorgt dafür, dass die Landschaft weiterhin sichtbar bleibt, wodurch eine besonders stimmungsvolle Szenerie entsteht – ein idealer Moment, um Nebel zu fotografieren. Diese Form gehört zum Strahlungsnebel und tritt das ganze Jahr über auf.
Bei klarer Nacht strahlt der Erdboden kontinuierlich Wärme in den Weltraum ab. Ohne Wolken, die diese Wärme zurückwerfen, kühlt der Boden zunehmend aus. Da Luft ein schlechter Wärmeleiter ist, betrifft diese Abkühlung nur die bodennahen Luftschichten. Dadurch entsteht eine dünne, kalte Luftschicht direkt über dem Boden, während darüber wärmere Luft verbleibt. Dieses Phänomen, bekannt als Inversion, verhindert, dass sich die kalte Luft mit den höheren Schichten vermischt.
Ist der Himmel hingegen bewölkt, reflektieren die Wolken die Wärmestrahlung zum Boden zurück, sodass dieser nicht auskühlt. Ein ähnlicher Effekt ist auch in Wäldern zu beobachten: Zwischen den Bäumen bleibt Wärme gespeichert, weshalb sich dort seltener Nebelschleier bilden – eine wichtige Erkenntnis, wenn man gezielt Nebel fotografieren möchte.
Das Auskühlen des Bodens erfolgt über mehrere Stunden hinweg und wird mit Sonnenaufgang beendet. Sobald die Sonne genug Energie liefert, erwärmt sich sowohl der Boden als auch die darüberliegende Luft, wodurch sich der Nebel langsam auflöst. Je länger die Nacht ohne Wolkendecke andauert, desto stärker kann die bodennahe Luft abkühlen und desto wahrscheinlicher ist es, dass sich Nebel bildet.
Allerdings gibt es Nächte, in denen trotz sternenklarer Bedingungen keine Nebelschleier entstehen. Das liegt meist daran, dass die Nacht nicht lange genug dauert, um die bodennahe Luft ausreichend abzukühlen. Zwei Faktoren begünstigen jedoch die Bildung von Strahlungsnebel über Nacht:
Eine exakte Vorhersage, wann sich Nebel bildet, ist schwierig, da zahlreiche Variablen eine Rolle spielen. Deshalb ist es ratsam, mithilfe einer Wetterstation die Abkühlung der Luft genau zu beobachten – ein entscheidender Schritt, wenn man ideale Bedingungen für das Nebel fotografieren ausnutzen möchte.

Nebelschleier als Fotomotiv
Ein wichtiger Faktor bei der Nebelbildung ist der sogenannte Taupunkt. Dieser beschreibt die Temperatur, auf die sich ein Luftpaket abkühlen muss, damit es eine relative Luftfeuchtigkeit von 100 % erreicht und sich Nebel bildet. Wenn beispielsweise ein Luftpaket eine Temperatur von 20 °C hat und auf 10 °C abkühlen muss, um gesättigt zu sein, dann liegt sein Taupunkt bei 10 °C.
Nehmen wir an, eine Wetterstation zeigt um 17 Uhr eine Lufttemperatur von 20 °C und einen Taupunkt von 10 °C. Damit sich in der Nacht Nebelschleier bilden können, muss sich die bodennahe Luft bis auf diesen Taupunkt von 10 °C abkühlen. Für Fotografen, die Nebel fotografieren möchten, ist dieser Wert eine wichtige Orientierung, um die besten Bedingungen vorherzusagen.
Ein weiterer entscheidender Faktor für die Entstehung von Nebelschleiern ist die lokale Feuchtigkeitsquelle. Feuchte Wiesen und Gewässer geben kontinuierlich Wasserdampf an die Luft ab, wodurch die relative Luftfeuchtigkeit in Bodennähe schneller ansteigt. Fehlt diese Feuchtigkeitszufuhr, wie es in Städten und Dörfern der Fall ist, wo versiegelte Flächen das Verdunsten verhindern, bildet sich dort auch kein Nebelschleier. Deshalb treten diese dünnen Nebelfelder fast ausschließlich über offenen Wiesen, in Tälern oder über ruhigen Gewässern auf. Wer gezielt Nebel fotografieren möchte, sollte sich daher nach solchen feuchten Standorten umsehen.
Neben der Feuchtigkeit spielt auch der Wind eine entscheidende Rolle. Nur wenn es nahezu windstill ist, kann sich eine dünne, kalte Luftschicht in Bodennähe halten. Würde Wind aufkommen, würde dieser die kalte Luft mit der wärmeren Luft darüber vermischen, die Temperatur der bodennahen Schicht würde ansteigen, und die relative Luftfeuchtigkeit würde sinken – Nebelschleier könnten sich nicht bilden. Aus diesem Grund treten diese feinen Nebelschichten nur bei absoluter Windstille in sternenklaren Nächten auf.
Diese besondere Form des Strahlungsnebels entsteht ausschließlich nachts und löst sich bei Sonnenaufgang schnell auf, sobald der Boden und die Luft wieder erwärmt werden. Wer Nebel fotografieren möchte, hat also nur ein kurzes Zeitfenster direkt nach Sonnenaufgang, um die mystische Stimmung einzufangen. Auch ist es wichtig zu wissen, dass sich diese Nebelschleier nur in Bodennähe sammeln können. Während sie in Flachlandwiesen, Tälern oder an Seen auftreten, sind sie auf Berggipfeln nicht zu finden, da dort die notwendigen Bedingungen fehlen.

Dichter Bodennebel als Fotomotiv
Dichter Bodennebel entsteht auf ähnliche Weise wie feine Nebelschleier – durch die nächtliche Abkühlung der bodennahen Luftschicht unter sternenklarem Himmel und bei absoluter Windstille. Allerdings benötigt diese Form des Nebels andere Voraussetzungen, bevor sie sich ausbreiten kann. Während Nebelschleier lediglich eine dünne, kühle Luftschicht knapp über dem Boden durchziehen, füllt dichter Bodennebel die gesamte bodennahe Kaltluft aus. Wer Nebel fotografieren möchte, sollte daher gezielt nach Regionen suchen, in denen sich dieser besonders lange hält.
Die Entstehung hängt wesentlich mit dem Temperaturgefälle in der Nacht zusammen. Da die Luft am Boden schneller auskühlt als die darüberliegende Luft, entsteht eine bodennahe Kaltluftschicht, die je nach Bedingungen bis zu 50 Meter hoch reichen kann. Entscheidend für die Bildung von dichtem Bodennebel ist der Taupunkt: Ist die Luft bereits am Abend besonders feucht, sodass sie nur wenig weiter abkühlen muss, um eine relative Luftfeuchtigkeit von 100 % zu erreichen, kann sich großflächiger Nebel bilden. In besonders feuchten Nächten entsteht daher nicht nur eine dünne Nebelschicht, sondern eine dichte Nebeldecke, die sich weit über den Boden erstreckt.
Es gibt drei Hauptfaktoren, die dazu führen, dass die Luft am Abend bereits eine hohe Feuchtigkeit aufweist und damit die Wahrscheinlichkeit für dichten Bodennebel steigt:
Wer Nebel fotografieren möchte, sollte diese Faktoren berücksichtigen, um die besten Bedingungen zu finden. Besonders dichter Bodennebel löst sich nicht sofort nach Sonnenaufgang auf, da die Sonnenstrahlen die feuchte Luftschicht nur langsam erwärmen können. In geschützten Tälern oder über Wasserflächen kann sich dieser Nebel oft über mehrere Stunden oder sogar Tage halten. Deshalb bietet sich in solchen Regionen ein längeres Zeitfenster, um atmosphärische Nebelaufnahmen zu machen.
Dichter Bodennebel entsteht also bevorzugt in Senken, Tälern oder über feuchten Wiesen im Flachland. Auf Berghöhen hingegen fehlt die notwendige Kaltluftansammlung, weshalb diese Form des Nebels dort nicht vorkommt. Für Landschaftsfotografen ist es daher entscheidend, gezielt nach tief liegenden, feuchten Gebieten zu suchen, um besonders dichten Nebel zu fotografieren.

Temperaturverteilung einer windstillen, sternenklaren Nacht.

Seit 2014 bin ich Fototrainer. Meine spezialisierten Fotoreisen bringen dich zu Orten und Motiven, wie du sie bei keinem anderen Anbieter findest!
Hochnebel ist eine besondere Form des Nebels, die nicht direkt am Boden liegt, sondern als geschlossene Schicht mit einer klar abgegrenzten Unter- und Oberseite über dem Boden schwebt. Dabei kann sowohl die Höhe der Nebeluntergrenze als auch die Dicke der Schicht stark variieren. Manche Hochnebelschichten sind nur 50 Meter dick, während andere mehrere Hundert Meter umfassen und sogar feinen Sprühregen am Boden verursachen können.
Auch die Entfernung der Unterseite vom Boden schwankt – von wenigen Dutzend Metern bis hin zu Höhen von über einem Kilometer. Im Flachland erscheint solch hochliegender Nebel oft als geschlossene Wolkendecke, während er im Gebirge als typischer Nebel wahrgenommen wird. Im Gegensatz zu Bodennebel oder Nebelschleiern, die nach Sonnenaufgang rasch verschwinden, kann sich Hochnebel über mehrere Tage hinweg halten. Wer Nebel fotografieren möchte, findet hier oft faszinierende Lichtstimmungen, insbesondere an den Rändern der Nebelschicht oder bei durchscheinender Sonne.
Dieses Wetterphänomen tritt vor allem in den Herbst- und Wintermonaten auf – von Ende September bis Anfang April. Auch im Frühling und Sommer kann Hochnebel vorkommen, doch löst er sich meist schneller auf, da die Sonneneinstrahlung stärker ist.
Anders als Bodennebel entsteht Hochnebel durch ein anderes meteorologisches Prinzip: Er zählt zum Advektionsnebel. Der Begriff „Advektion“ bezeichnet den Transport von Luftmassen durch Wind. Hochnebel bildet sich, wenn warme, feuchte Luft durch Wind über eine kältere Luftschicht strömt.
Trifft diese warme, feuchte Luft auf kältere Luftmassen am Boden, entsteht an der Grenzfläche zwischen beiden Luftschichten eine Vermischung. Dadurch kühlt sich die wärmere Luft ab, ihre relative Feuchtigkeit steigt auf 100 %, und es bildet sich Nebel. In der Atmosphäre entsteht dabei eine sogenannte Inversion – eine stabile Wettersituation, bei der sich wärmere Luft über einer kälteren Luftschicht befindet.
Diese Inversion verhindert, dass die kalte Luft am Boden aufsteigen kann, wodurch sie quasi „eingesperrt“ bleibt. Gleichzeitig blockiert der Hochnebel die Sonnenstrahlen, sodass die bodennahe Luft kaum erwärmt wird. Solange weiterhin feuchte, warme Luft herangeführt wird, bleibt die Hochnebelschicht bestehen – oft über mehrere Tage hinweg. Dies bietet für Fotografen eine ideale Gelegenheit, um Nebel zu fotografieren, insbesondere in Tälern oder auf Berggipfeln, wo sich beeindruckende Stimmungen mit Nebeldecken und klaren Sichtfenstern ergeben.
Damit sich eine stabile Hochnebelschicht über mehrere Tage hinweg hält, sind ruhige Wetterverhältnisse nötig. Eine durchziehende Front – egal ob Warm- oder Kaltfront – würde die Inversion zerstören und den Hochnebel auflösen. Hochdruckgebiete hingegen bieten genau die stabilen Bedingungen, die für eine langanhaltende Hochnebellage erforderlich sind. Da Hochdruckgebiete mit wenigen atmosphärischen Störungen einhergehen, kann sich der Hochnebel ungehindert ausbreiten und für längere Zeit bestehen bleiben.
Ein klassisches Beispiel für ausgedehnte Hochnebelschichten sind die Täler und Senken im Oberrheingraben sowie die umliegenden Mittelgebirge Schwarzwald, Vogesen, Odenwald und Pfälzerwald. Besonders im Herbst und Winter tritt hier häufig Hochnebel auf: Kalte Luft bleibt in den Tälern gefangen, während feuchte, wärmere Luft aus Richtung Frankreich und dem Atlantik einströmt. An der Grenzschicht dieser Luftmassen bildet sich Hochnebel, der sich über Tage hinweg halten kann – eine ideale Gelegenheit, um Nebel zu fotografieren und dabei die einzigartigen Lichtstimmungen dieses Wetterphänomens einzufangen.

Hochnebel in einem Flusstal
Nun verlassen wir das Flachland und die Mittelgebirge und werfen einen Blick auf die höheren Lagen. An steilen Bergflanken bildet sich häufig Staunebel – ein Nebel, der entsteht, wenn feuchte Luft durch Wind gezwungen wird, einen Berghang hinaufzusteigen.
Dieses Phänomen basiert auf einem einfachen Prinzip: Die Luft strömt gegen den Berghang, kann nicht weiter horizontal fließen und wird deshalb nach oben gedrückt. Beim Aufsteigen kühlt sie sich ab, bis sie ihren Taupunkt erreicht – dann kondensiert der Wasserdampf und eine Wolke entsteht. Ähnlich wie Wasser, das sich an einem Staudamm staut, sammelt sich die Luft an der windzugewandten Seite eines Berges und steigt dort auf.
Staunebel kann sowohl an einzelnen Bergen lokal auftreten als auch großflächig ganze Gebirge, etwa die Alpen, betreffen. Im Gegensatz zu Strahlungs- oder Hochnebel ist dieses Phänomen unabhängig von der Jahreszeit – es benötigt lediglich zwei Bedingungen:
In der Abbildung wird dieses Prinzip anschaulich dargestellt: Die Luft beginnt am Boden mit einer Temperatur von 26°C und einem Taupunkt von 12°C. Während sie am Hang aufsteigt, kühlt sie sich pro 100 Höhenmeter um etwa 1°C ab. Ab einer Höhe von 1.900 m erreicht sie den Taupunkt, und es bildet sich eine Wolke. Charakteristisch für Staunebel ist, dass er sich nur auf der Luvseite (der dem Wind zugewandten Seite) bildet. Auf der windabgewandten Leeseite löst er sich hingegen schnell wieder auf, da die Luft dort absinkt und sich erneut erwärmt.
Für Fotografen bietet dieser Nebel ein spannendes Motiv, insbesondere wenn sich der Nebel um Berggipfel windet oder in Tälern hängen bleibt. Wer Nebel fotografieren möchte, kann beeindruckende Aufnahmen machen, wenn sich der Staunebel an den Hängen fängt oder durch Lücken in den Wolken spektakuläre Lichtstrahlen entstehen. Besonders in den Morgenstunden oder bei starkem Windwechsel ergeben sich dynamische Szenen, die Staunebel in ständig wechselnden Formen erscheinen lassen.

Staunebel an einem Berghang
Ein besonderes Phänomen der Nebelbildung tritt in der Nähe von Gewässern auf. Seen, Flüsse und Meere sind eine konstante Feuchtigkeitsquelle und sorgen dafür, dass die Luft über ihnen schnell eine hohe Luftfeuchtigkeit erreicht. Unter bestimmten Bedingungen kann sich jedoch ein beeindruckendes Naturereignis zeigen: das dampfende Gewässer. Dabei steigt Nebel scheinbar direkt von der Wasseroberfläche auf, ähnlich wie bei kochendem Wasser.
Damit dieser Effekt auftritt, müssen zwei Hauptfaktoren gegeben sein:
In dieser Konstellation liegt die kalte Luft direkt über der wärmeren Wasseroberfläche. Das Wasser gibt fortlaufend Wärme an die unterste Luftschicht ab, sodass sich unmittelbar über der Wasseroberfläche eine nur wenige Millimeter dünne, wärmere Luftschicht bildet. Diese feuchte und warme Luft steigt nach oben und mischt sich mit der kühleren Umgebungsluft. Durch diesen Temperaturausgleich kühlt sie sofort ab, wodurch ihre relative Luftfeuchtigkeit auf 100 % steigt und der Wasserdampf sichtbar wird – der Eindruck entsteht, als würde das Gewässer dampfen.
Wer Nebel fotografieren möchte, findet hier spektakuläre Motive. Gerade in den frühen Morgenstunden, wenn die Sonne noch nicht genug Kraft hat, um die bodennahe Luftschicht zu erwärmen, sind diese aufsteigenden Nebelschwaden besonders gut zu beobachten. Sie bilden oft faszinierende Strukturen, die sich stetig verändern. In der Abbildung erkennt man, wie warme Luft in Nebelsäulen aufsteigt, während von oben kalte Luft nachströmt. Dadurch entsteht ein Kreislauf, der so lange anhält, bis die Sonne die Luft über dem Gewässer stark genug erwärmt, um den Temperaturunterschied auszugleichen.
In besonders kalten Nächten kann dieser Effekt sehr intensiv sein. Dann bleibt das Phänomen auch nach Sonnenaufgang bestehen, was großartige Möglichkeiten bietet, um Nebel zu fotografieren. Insbesondere an stillen Gewässern mit klarem Himmel entstehen beeindruckende Szenerien, in denen sich die aufsteigenden Nebelschwaden im Wasser spiegeln.
Wer also ein dampfendes Gewässer als Fotomotiv sucht, sollte auf kalte, feuchte Nächte achten – denn wenn die Bedingungen stimmen, bietet sich eine perfekte Gelegenheit, um Nebel zu fotografieren und beeindruckende Bilder einzufangen.

Dampfende Gewässer
Wer Nebel fotografieren möchte, braucht nicht nur eine gute Kamera, sondern auch ein Gespür für das Wetter. Lokale Nebelschleier entstehen in den frühen Morgenstunden, und ihre Vorhersage erfordert einige wichtige Wetterparameter.
Zunächst sollte man sich die Uhrzeit des Sonnenaufgangs für den gewünschten Fototermin heraussuchen. Da sich Nebel oft über Nacht bildet, ist es entscheidend, die Wetterentwicklung in den Stunden davor zu beobachten. Eine zentrale Rolle spielt dabei die relative Luftfeuchtigkeit in 2 m Höhe. Liegt sie zur Zeit des Sonnenaufgangs über 85 %, besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit für Nebelschleier – vor allem über feuchten Wiesen oder in der Nähe von Gewässern.
Doch nicht nur die morgendliche Feuchtigkeit zählt. Auch die Werte am Vorabend sollten beachtet werden. Eine geringere relative Luftfeuchtigkeit am Abend deutet darauf hin, dass die Luft über Nacht auskühlt und die Feuchtigkeit ansteigt – ein gutes Zeichen für Nebelbildung. Wichtig ist jedoch, dass kein Regen fällt, denn Niederschlag kann die empfindliche bodennahe Luftschicht stören und verhindern, dass sich Nebelschleier ausbilden. Wer Nebel fotografieren will, sollte daher die Niederschlagsprognose für die Nacht genau überprüfen.
Ein weiterer wichtiger Faktor ist der Wind. Ist er zu stark, wird die Luft durchmischt, sodass sich keine stabile Kaltluftschicht am Boden bildet. Ideal sind Windgeschwindigkeiten unter 4 Knoten – dann bleibt die bodennahe Luft ruhig genug, damit sich Nebel ungestört formen kann.
Auch die Bewölkung spielt eine entscheidende Rolle. Ein klarer Himmel in der Nacht ermöglicht es der bodennahen Luft, ihre Wärme ins All abzugeben, wodurch sie stärker abkühlt – ein entscheidender Prozess für die Nebelbildung. Falls der Himmel in der zweiten Nachthälfte oder erst kurz vor Sonnenaufgang aufklart, kann sich dennoch Nebel entwickeln. Die relative Feuchte am Morgen gibt hier einen Hinweis darauf, ob genügend Wärmestrahlung entweichen konnte, um Nebel zu begünstigen.
Für eine präzisere Vorhersage bieten sich hochauflösende Wettermodelle an. Besonders empfehlenswert sind die Seiten Modellzentrale mit dem Modell WRF 4 km Mitteleuropa sowie die Wetterzentrale, wo das WRF-Modell in der Mitteleuropa-Ansicht verfügbar ist. Diese Modelle liefern sehr genaue Wetterprognosen und sind eine wertvolle Hilfe für die Planung.
Wer den perfekten Moment zum Nebel fotografieren erwischen will, sollte also auf eine Kombination aus hoher morgendlicher Feuchte, schwachem Wind und wolkenarmen Nächten achten. Besonders in Tälern, über Seen oder auf feuchten Wiesen ergeben sich so beeindruckende Motive, wenn die Morgensonne die ersten Strahlen durch den Nebel schickt. Die beste Planung hilft dabei, genau diese magischen Momente einzufangen und beeindruckende Nebelbilder zu kreieren.



Wer Nebel fotografieren möchte, braucht die richtigen Wetterbedingungen – besonders, wenn es um dichten Bodennebel geht. Um diesen vorherzusagen, sind bestimmte Wetterprognosekarten entscheidend:
Grundsätzlich folgt die Vorhersage für Bodennebel den gleichen Prinzipien wie für Nebelschleier, allerdings sind die atmosphärischen Bedingungen etwas anders. Ein wichtiger Faktor ist die relative Feuchte: Diese sollte bereits am Vorabend bei über 90 % liegen und bis zum Sonnenaufgang überregional auf über 95 % ansteigen.
Ein weiterer Einflussfaktor ist Niederschlag. Falls es am Tag zuvor intensiv geregnet hat, steigt die Wahrscheinlichkeit für dichten, überregionalen Bodennebel erheblich. Wer also Nebel fotografieren will, sollte auf den Niederschlagskarten prüfen, ob es zuvor Regen gab. Falls nicht, ist das nicht zwangsläufig ein Problem – solange die relative Feuchte am Abend hoch genug ist, kann sich dennoch lokal dichter Nebel bilden.
Auch die Bewölkung spielt eine große Rolle. Um die bodennahe Luft optimal auskühlen zu lassen, sollte der Himmel ab Sonnenuntergang und während der gesamten Nacht wolkenlos sein. Nur dann kann sich die Luftschicht in Bodennähe stark genug abkühlen, sodass sich der Nebel ausbildet.
Zur Vorhersage eignen sich hochauflösende Wettermodelle. Besonders empfehlenswert ist das WRF 4 km Modell auf Modellzentrale sowie die Wetterkarten auf Wetterzentrale. Diese Modelle zeigen detailliert, wie sich Feuchtigkeit, Wind und Wolken über Nacht entwickeln.
Wer die richtigen Parameter kennt und beobachtet, kann Nebel fotografieren und beeindruckende Stimmungen im Morgengrauen einfangen. Mit der richtigen Vorbereitung lassen sich faszinierende Bilder von dichten Nebelschichten und geheimnisvollen Landschaften erschaffen.

Relative Luftfeuchtigkeit für dichten Bodennebel.
Die Vorhersage von Hochnebel ist die anspruchsvollste Form der Nebelprognose. Hierbei geht es nicht nur darum, ob Hochnebel auftritt, sondern auch um dessen genaue Höhe. Nur mit dieser Information kann ein Fotograf entscheiden, welchen Berg er besteigen muss, um sich oberhalb des faszinierenden Nebelmeeres zu positionieren.
Für eine präzise Vorhersage sind folgende Wetterkarten essenziell:
Hochnebel erfordert besonders hochauflösende Wettermodelle, da herkömmliche Modelle die Erdoberfläche nur vereinfacht darstellen. Beispielsweise nutzt das GFS-Modell eine grobe Auflösung von etwa 20 km × 20 km pro Rasterpunkt. Das bedeutet, dass komplexe Landschaftsformen wie der Südschwarzwald in einem einzigen großen Block zusammengefasst werden – Täler und Berge werden nicht detailliert abgebildet. Das macht es nahezu unmöglich, die exakte Höhe des Hochnebels in einem Tal vorherzusagen.
Deutlich besser ist das WRF-Modell, das mit einer Auflösung von 12 km × 12 km bereits größere Täler und Gebirge unterscheidet. Noch genauer ist das WRF 4 km Mitteleuropa Modell, das durch seine feine Rasterung auch kleinere Täler berücksichtigt. Gerade für die Mittelgebirge und die Alpen ist dieses Modell ideal, weshalb ich für die Hochnebelvorhersage besonders mit diesen hochauflösenden Wetterkarten arbeite.
Ein erster Schritt bei der Analyse ist die Karte der 2 m relativen Feuchte. Diese zeigt die Feuchtigkeit direkt über dem Boden und berücksichtigt dabei die Topografie. Liegt Hochnebel vor, bleibt die Luft unterhalb der Nebeldecke eingeschlossen und erreicht fast 100 % relative Luftfeuchtigkeit – ein klares Indiz für Hochnebelbildung.
Wer das Zusammenspiel dieser Wetterkarten versteht und analysiert, kann gezielt planen, um sich für beeindruckende Aufnahmen über das Nebelmeer zu positionieren.
In ganz Deutschland herrscht eine relative Luftfeuchtigkeit von 90 % bis 100 %, was auf weit verbreiteten Hochnebel hinweist. Allerdings gibt es bestimmte Berggipfel, die höher als die Hochnebeldecke in den Tälern liegen. In diesen Höhenlagen ist die Luftfeuchtigkeit deutlich geringer, da sie sich oberhalb des Nebels befinden. Dies lässt sich besonders gut an Regionen wie dem Harz, dem Westerwald, den Südvogesen, dem Schwarzwald, dem Bayerischen Wald und den Alpen beobachten. Die niedrigere Luftfeuchtigkeit dort ist eine direkte Folge der Höhenlage über dem Nebelmeer.

Wetterkarte für die relative Luftfeuchtigkeit in 2m Höhe
Es empfiehlt sich, eine Topographie-Karte der Region, in der Sie den Hochnebel fotografieren möchten, neben der entsprechenden Wetterkarte zu öffnen. Vergleichen Sie dann die Bereiche mit niedriger relativer Luftfeuchtigkeit mit den Höhenangaben der Gebirge.
Im Beispiel zeigt sich bei den Südvogesen (3) eine Luftfeuchtigkeit von unter 60 %, während sie im nördlicher gelegenen Pfälzerwald bei 100 % liegt. Da die Südvogesen eine Höhe von 1200 m erreichen, der Pfälzerwald aber nur bis 700 m, lässt sich daraus schließen, dass der Hochnebel über dem Pfälzerwald, aber unterhalb der Südvogesen liegt. Wählen Sie zum Nebel fotografieren einen Standort, bei dem die Luftfeuchtigkeit deutlich niedriger ist als in der Umgebung – dies deutet darauf hin, dass sich der Gipfel über dem Nebelmeer befindet.
Um sicherzugehen, dass tatsächlich Hochnebel vorhanden sein wird, prüfen Sie die Wetterkarte für tiefe Wolken. Diese erfasst Hochnebel zuverlässig, da er zu den tiefen Wolken zählt.
In der Abbildung sehen Sie links die tiefen Wolken des WRF-Modells von wetterzentrale.de und rechts die hochaufgelöste Karte von kachelmannwetter.de – beide zeigen das gleiche Datum und die gleiche Uhrzeit wie die Karte für 2 m relative Feuchte.
Der Unterschied in der Auflösung ist deutlich: Während das WRF-Modell (12 km Auflösung) nur grobe Bereiche mit tiefen Wolken darstellt, hebt das hochaufgelöste Modell (1 km Auflösung) spezifische Strukturen wie den Thüringer Wald und den Harz (1) durch Wolkenlücken hervor – hier ragen die Gebirge aus dem Nebel heraus.
Ein hochaufgelöstes Modell bietet daher einen entscheidenden Vorteil bei der Hochnebel-Vorhersage. Da der Rechenaufwand für solch detaillierte Modelle sehr groß ist, sind diese oft nur kostenpflichtig verfügbar.
Das Mitteleuropa Super HD-Modell zeigt die Gebirge als Wolkenlücken auf der Karte. So lassen sich der Hunsrück (1), die Vogesen (2), der Schwarzwald (3), die Schwäbische Alb (4) und der Bayerische Wald (5) als klare Konturen erkennen. Die tiefen Wolken befinden sich in den Tälern – eine wertvolle Information für die Hochnebel-Fotografie.
Als nächstes sollten Sie auf den Niederschlagskarten prüfen, ob nennenswerter Niederschlag für das Gebiet vorhergesagt wird, in dem sich der Hochnebel bilden soll. Ein zu hoher Feuchtigkeitswert könnte durch Regen und nicht durch Nebel verursacht sein.
Allerdings kann es auch bei sehr dichtem Hochnebel zu leichtem Niederschlag kommen, meist mit einer Intensität von 0,1 mm bis 0,5 mm in drei Stunden. Wichtig: Dieser Niederschlag ist niemals konvektiv, da er nicht aus Cumulonimbus-Wolken, sondern aus Schichtwolken stammt. Falls rote Markierungen auf der Niederschlagskarte zu sehen sind, die auf konvektiven Niederschlag hindeuten, ist dies ein Zeichen, dass kein reiner Hochnebel vorliegt.
Hochnebel kann sich über mehrere Tage halten, wenn stabile Wetterbedingungen vorherrschen. Das bedeutet: Es muss sich ein Hochdruckgebiet genau über dem Nebel befinden.
In der Abbildung sehen Sie das GFS-Modell von wetterzentrale.de in der Europaansicht. Die 500-hPa-Geopotential- und Bodendruckkarte zeigt, dass das Hochdruckgebiet über 15 Tage hinweg nahezu unverändert über Mitteleuropa bleibt. Dadurch bleibt das Wetter stabil – und der Hochnebel ebenfalls bestehen.
Nutzen Sie diese Karten zur Hochnebel-Prognose:
Die 500-hPa-Geopotential- und Bodendruckkarte ist nicht nur hilfreich zur Vorhersage des Nebels, sondern auch zur Bestimmung seiner Beständigkeit. Solange der Hochdruck dominiert, bleibt der Nebel bestehen. Erst wenn das Hochdruckgebiet durch ein Tiefdruckgebiet ersetzt wird, löst sich der Nebel auf.
Zur Bestimmung der Obergrenze des Hochnebels können Sie erneut die 2-m-Relative-Feuchte-Karte nutzen. Unabhängig von der allgemeinen Wetterlage sollten Sie diese Vorhersage-Routine jedes Mal durchlaufen, wenn Sie zu einer bestimmten Zeit Hochnebel fotografieren möchten.

Dichter Bodennebel als Fotomotiv



Staunebel spielt vor allem in großen Gebirgen wie den Alpen eine bedeutende Rolle. Er entsteht auf der windzugewandten Seite einer Gebirgskette, wenn feuchte Luft durch den Wind gegen das Gebirge gedrückt wird. Dadurch bildet sich eine dichte Schicht aus Hochnebel, die in manchen Fällen sogar Regen bringen kann. Dieser Nebel kann sich über mehrere Tage hinweg an der Luvseite des Gebirges halten, während auf der Leeseite oft durch Föhneinfluss hervorragendes Wetter herrscht. Besonders in den Alpen ist dieses Phänomen regelmäßig zu beobachten.
Je nach Windrichtung ergeben sich unterschiedliche Wetterlagen: Strömt der Wind aus nördlicher Richtung, entsteht in Süddeutschland eine ausgedehnte Wolkendecke. Bei Südwind hingegen liegt Norditalien im Nebel, während der nördliche Alpenraum mit klarem Himmel aufwartet. Wer eine Tour ins Hochgebirge plant oder Nebel fotografieren möchte, sollte diesen Effekt berücksichtigen, um nicht von anhaltendem Grau überrascht zu werden. Zur besseren Einschätzung der Wetterlage sind bestimmte Vorhersagekarten hilfreich, die tiefe Wolken sowie den Wind auf einer Höhe von 700 hPa darstellen.
Eine vorhandene Abbildung zeigt beispielhaft, wie sich auf der Nordseite der Alpen eine große Ansammlung tiefer Wolken erstreckt, während die südlichen Alpen nahezu wolkenfrei bleiben. Mit einer Animation der entsprechenden Vorhersagekarte lässt sich gut nachvollziehen, wie lange die Wolken an Ort und Stelle verweilen werden.
Eine weitere Abbildung veranschaulicht die Windverhältnisse in einer Höhe von 700 hPa. Dort ist zu erkennen, dass der Wind aus Norden über die Alpen strömt und dadurch die Luftmassen zum Aufsteigen bringt, was zur Wolkenbildung führt. Solange dieser Wind aus nördlicher Richtung anhält, bleiben die tiefen Wolken auf der Nordseite des Gebirges bestehen. Für Fotografen, die Nebel fotografieren möchten, bedeutet dies, dass im Norden der Alpen trübes Wetter vorherrscht, während sich auf der Südseite oft sonnige Bedingungen durchsetzen. Wer also auf der Suche nach guten Lichtverhältnissen ist oder Nebel fotografieren möchte, sollte in solch einer Wetterlage eher die Südalpen ansteuern.
Das Prinzip des Staunebels lässt sich auch auf andere große Gebirgsketten übertragen. Entscheidend ist dabei die jeweilige Ausrichtung des Gebirges. Während die Alpen beispielsweise in west-östlicher Richtung verlaufen, erstrecken sich die Anden entlang einer Nord-Süd-Achse.

Tiefe Wolken (dunkel) und in Süddeutschland die Konturen der Alpentäler.
Dampfende Gewässer entstehen, wenn auf warme Tage im Sommer oder Herbst plötzlich kühle Witterung folgt. Während der heißen Sommertage speichern die Gewässer in Deutschland viel Wärme und können Temperaturen von über 20°C erreichen. Da Luft Wärme nur schlecht leitet, bleibt das Wasser oft bis in den Herbst hinein relativ warm, bevor es sich im Winter langsam abkühlt. Trifft nun kühle Luft auf diese warmen Gewässer, kann es dazu kommen, dass die Luft am Boden mindestens 8°C kälter ist als das Wasser. Besonders nach sternenklaren Nächten kühlt sich die bodennahe Luftschicht so weit ab, dass sich dieser Temperaturunterschied ausbildet.
Um dampfende Gewässer gezielt vorherzusagen, sind bestimmte Wetterkarten hilfreich:
Zunächst ist die Luftfeuchtigkeit in 2 m Höhe entscheidend. Liegt sie am Morgen über 85 %, steigt die Wahrscheinlichkeit für dampfende Gewässer. Anschließend sollte die Lufttemperatur in 2 m Höhe mit der Wassertemperatur abgeglichen werden. Da nicht alle Seen oder Flüsse auf den gängigen Wetterseiten gelistet sind, hilft es, die Temperaturen benachbarter Gewässer als Orientierung zu nutzen. Zeigen diese ähnliche Werte zwischen 20°C und 22°C, kann davon ausgegangen werden, dass das gewünschte Gewässer ähnliche Bedingungen aufweist.
Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Lufttemperatur am Morgen: Sie sollte mindestens 8°C unter der Wassertemperatur liegen, um die nötige Verdunstung und damit den Dampf-Effekt zu ermöglichen. Außerdem lohnt sich ein Blick auf die Niederschlagswerte – eine hohe Luftfeuchtigkeit durch vorherigen Regen kann zu Fehldeutungen führen.
Auch die Windgeschwindigkeit spielt eine Rolle: Liegt diese über 4 Knoten, wird die bodennahe Kaltluftschicht über dem Wasser gestört, was die Bildung von dampfenden Schwaden erschwert. Abschließend sollte noch geprüft werden, ob die Nacht weitgehend wolkenfrei war, damit eine ausreichende Abkühlung der Luft stattfinden konnte.

Dampfendes Wasser in einem See bei Sonnenaufgang.
Um die Wetterbedingungen für das Nebel fotografieren optimal einzuschätzen, sind zuverlässige Wetterdaten entscheidend. Websites wie wetteronline.de oder kachelmannwetter.com bieten zahlreiche Wetterstationen, die unter anderem die relative Luftfeuchtigkeit in 2 m Höhe messen. Diese Werte lassen sich mit Prognosekarten vergleichen und sowohl als aktuelle Messdaten als auch im Verlauf der letzten Stunden betrachten.
Ein praktisches Beispiel: Eine Wetterstation in der Nähe deines geplanten Fotospots zeigt um 20 Uhr eine relative Luftfeuchtigkeit von 72 % an. Ein erneuter Blick um 23 Uhr ergibt 87 %. Damit lässt sich abschätzen, dass gegen 1 Uhr eine Feuchte von rund 97 % erreicht werden könnte – vorausgesetzt, keine aufziehenden Wolken verhindern die weitere Abkühlung. Solche Werte sind eine wertvolle Orientierung, um die Wahrscheinlichkeit für Nebel in der Umgebung besser einzuschätzen.
Falls du eine Liste von Orten hast, an denen du gerne Nebel fotografieren möchtest, gibt es eine effiziente Methode zur Vorhersage, um nicht jeden Standort einzeln prüfen zu müssen. Angenommen, du planst eine Fototour für einen bestimmten Morgen und möchtest wissen, ob sich dort Nebel bildet.
Prüfung der relativen Luftfeuchtigkeit
Ausschluss von Regen als Ursache für hohe Feuchtigkeit
Überprüfung der tiefen Wolken
Kontrolle der mittelhohen und hohen Wolken
Erneuter Check der relativen Feuchte am Vorabend
Ein Blick auf die Wetterstationen zeigt oft deutliche Unterschiede zwischen Tal- und Berglagen. Stationen in Tälern messen häufig eine relative Luftfeuchte nahe 100 %, während Bergstationen deutlich geringere Werte aufweisen. Dies ist ein starkes Indiz dafür, dass sich der Nebel in den tieferen Regionen sammelt.
Neben der Feuchtigkeit spielt der Wind eine entscheidende Rolle. Starke Windböen über 20 km/h können die bodennahe Kaltluftschicht durchmischen und damit die Nebelbildung verhindern. Deshalb ist es wichtig, bei Wetterstationen nicht nur das Windmittel, sondern speziell die Windböen zu betrachten.
Zusätzlich kann die Sichtweite der Wetterstationen ein Hinweis sein: Liegt sie unter 300 m, befindet sich die Station in dichtem Nebel. Gemäß Definition spricht man bei einer Sichtweite unter 1 km von Nebel, doch für das Nebel fotografieren sind Werte knapp unter einem Kilometer oft nicht optimal.
Abschließend liefert die Temperaturmessung wertvolle Hinweise, insbesondere wenn du dampfende Gewässer fotografieren möchtest.


Die Wetterstationen zeigen bei Sonnenaufgang eine höhere relative Luftfeuchtigkeit.
Für die Recherche von Webcams eignen sich Plattformen wie webcamgalore.de oder meteopool.org, die eine große Auswahl an Live-Kameras bieten. Wähle eine Webcam in der Nähe deines gewünschten Fotospots aus, die eine geeignete Perspektive bietet. Dabei ist es nicht zwingend erforderlich, exakt dieselbe Höhe oder Lage wie das Motiv zu berücksichtigen – entscheidend ist, ob die Webcam den Nebel zeigt.
Je nach Standort gibt es drei typische Möglichkeiten, wie eine Webcam Nebel abbilden kann:
Visuelle Satellitenbilder sind ein wertvolles Hilfsmittel, um Hochnebel oder dichten Bodennebel zu identifizieren. Außerdem lässt sich erkennen, welche Berggipfel aus dem Nebel herausragen. Die auf diesen Bildern sichtbare Wolkenstruktur ähnelt meist den Vorhersagemodellen für tiefe Wolken. Mit etwas Glück zeigt sich sogar mehr Nebel als ursprünglich prognostiziert.
Ein Blick auf das Satellitenbild kann deutliche Hinweise auf ausgedehnte Hochnebelfelder geben. Charakteristisch ist dabei die homogene, helle Wolkenfläche, die sich über Stunden hinweg kaum bewegt. Typischerweise treten solche Wetterlagen bei stabilem Hochdruck auf, wodurch der Himmel oberhalb des Hochnebels oft wolkenfrei bleibt. Verschiedene Mittelgebirge, wie beispielsweise der Pfälzerwald, der Schwarzwald oder der Odenwald, ragen häufig aus dem Nebel heraus. Dies ermöglicht beeindruckende Perspektiven für das Nebel fotografieren.
Tagsüber dient das visuelle Satellitenbild dazu, die Entwicklung des Nebels zu verfolgen: Löst er sich auf, verlagert er sich oder bildet er sich neu? Durch gezielte Analyse lässt sich bestimmen, welche Orte vielversprechend für das Nebel fotografieren sind. Besonders interessant sind dabei höhere Lagen, die über dem Nebelmeer liegen.
Für die Nacht gibt es spezielle Satellitenbilder, die Nebel durch beige bis weißliche Farbtöne anzeigen. Ein kurzer Blick darauf vor dem Aufbruch kann helfen, gezielt die besten Standorte für den Morgen zu wählen. In den Bildern lassen sich zudem die Konturen von Gebirgen deutlich erkennen, da der Nebel den topografischen Gegebenheiten folgt.
Der kombinierte Einsatz von Webcams und Satellitenbildern – tagsüber visuell und nachts über spezielle Nebelbilder – ermöglicht eine präzise Planung, um die besten Bedingungen für das Nebel fotografieren zu finden. So lässt sich bereits im Voraus bestimmen, wo die Chancen auf eindrucksvolle Aufnahmen am größten sind.

Der Nebelcheck von www.kachelmannwetter.de
Als Outdoorfotograf hat man nicht immer Zugang zum Internet, um aktuelle Wetterinformationen abzurufen. Dennoch gibt es einige Methoden, mit denen sich Nebel auch ohne digitale Hilfsmittel vorhersagen lässt.
Diese Techniken beziehen sich allerdings nur auf Nebelschleier und dichten Bodennebel, da diese Nebelarten in Bodennähe entstehen und sich durch gezielte Beobachtung abschätzen lassen. Hochnebel hingegen bildet sich in höheren Luftschichten und entzieht sich damit der direkten Wahrnehmung.
Mit den folgenden Anzeichen lässt sich die Wahrscheinlichkeit für Nebel abschätzen:
Ein Blick auf eine Satellitenbild-Animation hilft dabei, die Entwicklung des Nebels einzuschätzen – ob er sich auflöst, ausbreitet oder verlagert. Zudem geben aus dem Nebel herausragende Berggipfel Aufschluss über die ungefähre Höhe der Nebelobergrenze.
Für eine einfache Interpretation von Satellitenbildern bieten wetteronline.de und kachelmannwetter.com spezielle Ansichten an. Während wetteronline.de eine intuitive Version des Infrarot-Satellitenbildes bereitstellt, bietet kachelmannwetter.com ein Bildformat, das Hochnebel besonders hervorhebt – allerdings nur in der Nacht.
Der Moment ist gekommen: Sie stehen kurz davor, zu Ihrem Fotospot aufzubrechen, und möchten sicherstellen, dass sich die Fahrt lohnt. Auch wenn Prognosekarten eine gute Orientierung bieten, bleibt jede Vorhersage fehleranfällig. Daher ist es sinnvoll, den aktuellen Wetterzustand genau zu analysieren, um unnötige Wege zu vermeiden – insbesondere, wenn Sie Nebel fotografieren möchten.
Ein erster Schritt besteht darin, geeignete Wetterstationen in der Nähe Ihres Motivs zu recherchieren. Diese sollten sich in vergleichbaren geografischen Lagen befinden – also keinesfalls auf einem Berg, da Nebelschleier in der Regel nur in Ebenen oder Tälern entstehen. Eine einzelne Station reicht oft nicht aus, daher lohnt sich der Vergleich mehrerer Wetterstationen im näheren Umkreis.
Zusätzlich kann eine Wetter-Webcam nützliche Hinweise liefern. Wichtig ist, dass sich diese nicht in einer Stadt oder einem Dorf befindet, da Nebelschleier bevorzugt über Wiesen oder Gewässern entstehen. Falls keine passende Webcam verfügbar ist, reichen die Wetterstationsdaten zur Einschätzung des Ist-Zustands aus.
Die Analyse sollte idealerweise vor dem Schlafengehen erfolgen. So wissen Sie frühzeitig, ob es sich lohnt, den Wecker zu stellen.
Sind alle Parameter günstig und bleibt der Himmel voraussichtlich klar, können Sie beruhigt den Wecker stellen.
Nach dem Aufwachen empfiehlt es sich, die aktuellen Wetterdaten nochmals zu überprüfen, bevor Sie losfahren.
Mit diesen letzten Kontrollen minimieren Sie das Risiko einer erfolglosen Tour und erhöhen die Wahrscheinlichkeit, beeindruckende Nebel-Fotografien einzufangen.

Die Schritt für Schritt Anleitung, wie du einen Kometen fotografieren kannst mit deiner Nachführung.

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Bastian
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