How to: Blitze fotografieren

Einschlag eines Blitzes fotografiert mit DSLR Kamera.

How to: Blitze fotografieren

Viele Natufotografen versuchen sich daran mit Ihrer Kamera die Blitze von Gewitterzellen aufzunehmen. Die Wetterfotografie zeigt Dir, wie auch du Blitze fotografieren kannst.

Ich empfehle zunächst meinen Blog über das Jagen von Gewittern zu lesen, denn die gößere Aufgabe ist es zunächst ein Gewitter zu finden.

http://devel.bastianw.com/wissen/wie-man-sturmjaeger-in-deutschland-wird/
Erlernen Sie die Grundlagen des Sürmejagen.

Ansonsten gibt’s jetzt hier eine Kurzeinführung in die Blitzortung. Diese finden Sie unter www.blitzortung.org. In Echtzeit werden dort die Blitzeischläge aus den Gewitterzellen gezeigt. Dort können Sie sehen, wo sich gerade in Ihrer Umgebung eine Gewitterzelle befindet und ob sich diese zu Ihnen bewegt oder von Ihnen weg. Dadurch wissen Sie, in welche Richtung Sie fotografieren müssen.

Dann können wir nun loslegen! Folgendes Equipment benötigen Sie zum Fotografieren von Blitzen in jedem Fall:

  • Eine Kamera mit manuellem Modus
  • Ein Stativ
  • Einen Fernauslöser für die Kamera
  • Einen schwachen Graufilter (wenn vorhanden)

Jetzt müssen Sie nur die Kamera auf das Stativ schnallen und den Fernauslöser verwenden, dass Sie während einer Langzeitbelichtung nicht verwackeln. Am besten ist es, wenn Sie Ihr Equipment auch im Dunkeln sicher bedienen können, denn Sie werden die Blitze hauptsächlich bei Nacht aufnehmen.

Die richtigen Kameraeinstellungen

Modus

Dies ist der Modus „M“, so dass Sie Blende, Belichtungszeit und ISO per Hand einstellen können. Die ISO können Sie die ganze Zeit auf dem niedrigsten Wert lassen, üblich 100 oder 200. Damit halten Sie die Qualität der entstehenden Fotografien maximal und verhindern, dass das Bild rauschen wird.

Blende

Die Blende ist die wichtigste Einstellung beim Blitze fotografieren, denn hiermit kontrollieren Sie, wie grell der Blitz im Foto zu sehen ist (Die ISO lassen Sie ja auf dem niedrigsten Wert und verstellen diese nicht). Die Blende kontrolliert wie viel Licht durch Ihr Objektiv auf dem Bildsensor landet, bei hohen Blendenzahlen haben Sie eine kleine Öffnung und bei niedrigen Blendenzahlen eine große Öffnung. Mit Blitzen ist es so, dass Blitze, welcher weiter entfernt sind, dunkler erscheinen als sehr nahe Blitzeinschläge.

Für die Blende heißt das nun, dass wir bei weit entfernten Blitze bei welchen Sie den Donner kaum hören können, eine kleine Blendenzahl und damit große Öffnung einstellen. Sind die Blitze sehr nah, so dass Sie den Donner deutlich hören können, muss die Blendenzahl besonders groß sein. Diese wird sich deshalb im Bereich von f/5,6 bis f/16 bewegen. Wenn Sie nun einen Blitz fotografiert haben und Sie erkennen, dass der Blitz anstatt schöne Verästelungen nur ein heller Fleck auf Ihrem Foto ist, dann müssen Sie die Blendenzahl deutlich erhöhen, da Sie überbelichtet haben. Ist der Blitz nur sehr schwach zu sehen, muss eine kleinere Blendenzahl her.

Belichtungszeit beim Blitze fotografieren

Mit der Belichtungszeit kontrollieren Sie nun die Helligkeit des Fotos, den Blitz ausgenommen. Der Profi fragt sich nun, wieso die Belichtungszeit keinen Einfluss auf die Helligkeit des Blitzes hat. Hier die Erklärung: Die Blitzentladung erfolgt in kürzester Zeit, deutlich kürzer als 1/10s. Wenn Sie nun also 1s belichten oder 30s macht dies keinen Unterschied. Sie fangen jedes Mal die gleiche Menge an Licht ein. Damit Sie überhaupt die Chance haben einen Blitz zu erwischen sollten Sie deshalb mindestens 1/2s lang belichten.

Bei der Belichtungszeit lautet die Devise deshalb: Je länger, desto besser. Denn wenn Sie 30s belichten ist die Chance viel höher in dieser Zeit einen Blitz einzufangen, als mit 1/2s. Da Sie entsprechend mindestens 1/2s Belichtungszeit benötigen um einen Blitz zu erwischen, können Sie bei Tageslicht einfach keinen Blitz erwischen. Es hilft auch nichts, einen ND3.0 Graufilter vor das Objektiv zu machen, denn dieser schluckt ja auch das Licht des Blitzes gleichermaßen. Sie haben deshalb keine andere Wahl, als nach dem Sonnenuntergang und vor Sonnenaufgang zu fotografieren. Sobald es dunkel genug ist 1/2s zu belichten, können Sie loslegen!

Wichtig ist, dass bei der 1/2s Belichtungszeit der Himmel dennoch dunkel bleibt, denn so bewahren Sie den Kontrast zwischen Blitz und Himmel. Wäre der Himmel zu hell, könnte man den Blitz darauf kaum sehen. Kontrollieren Sie deshalb mit der Belichtungszeit die Helligkeit des Fotos und belichten Sie lieber etwas zu dunkel.

Intervallaufnahme

Einige Kameras verfügen über diese Funktion. Sie können festlegen, dass die Kamera eine bestimmte Anzahl Fotografien mit einem bestimmten zeitlichen Abstand anfertigt. Nutzen Sie diese Funktion, wenn Sie in der Dämmerung mit einer kurzen Zeit von 1/2s fotografieren. Dann müssen Sie nicht dauerhaft auf den Fernauslöser drücken. Wenn Ihre Kamera diese Funktion nicht hat, können Sie sich einen programmierbaren Fernauslöser besorgen mit dem Sie dies machen können.

Graufilter

Wie oben erwähnt müssen Sie bei sehr nahen Blitzeinschlägen auf hohe Blendenzahlen zurückgreifen um nicht Überzubelichten. Ab etwa f/10 nimmt die effektive Auflösung des verwendeten Objektivs ab, die Detailschärfe leidet darunter. Es ist deshalb sinnvoller, einen schwachen Graufilter zu verwenden, anstatt hohen Blendenzahlen um weniger Licht durch die Linse zu lassen.

Brennweite

Die Brennweite ist immer eine große Frage. Wenn Sie eine geringe Brennweite verwenden, ist die Chance natürlich viel größer einen Blitz in Ihrem Bildausschnitt zu erwischen, dafür wird dieser relativ klein im Foto zu sehen sein. Bei ein großen Brennweite sinkt die Wahrscheinlichkeit, dass in Ihrem eng gewählten Bildausschnitt ein Blitz nieder geht, dafür wird er schön groß im Foto zu sehen sein. Sie müssen entscheiden, was Ihnen wichtiger ist.

On Location

Wenn Sie nun ein Gewitter auf der Blitzortung gesehen haben, suchen Sie sich einen erhöhten Standort von welchem aus Sie weit fotografieren können und am besten einen 360° Ausblick haben. Natürlich nur, wenn das Gewitter nicht bereits direkt über Ihnen ist. In der Nacht können Sie einfach sehen, wo die Blitze einschlagen und abschätzen, wann Sie aufhören müssen zu fotografieren. Beobachten Sie, wo die meisten Blitze zu Boden gehen und richten Sie Ihre Kamera in diese Richtung aus. Wenn sich die Richtung ändert, in welchen die Blitze zu sehen sind, müssen Sie die Kamera entsprechend neu darauf ausrichten.

Wenn Sie mehr über das Fotografieren von Blitzen lernen wollen empfehle ich:

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